kann ich ja auch damit anfangen zu schreiben......
Obwohl ich noch recht jung bin, bin ich ganz schön desillusioniert.
Ich werde niemals ein Buch schreiben, dass zum Bestseller wird, auch wenn ich es mir im Alter von acht Jahren fest vorgenommen habe.
Ich werde niemals studieren, und wichtige archäologische Entdeckungen machen, werde keine alten Knochen ausbuddeln, und nie die Geheimnisse der Tiefsee ergründen. Und leider werde ich auch keine unbekannten Fische im Amazonas finden.
Ich weiss, man soll niemals seine Träume verraten....
Aber...
Scheisse noch mal! Dies ist die Ralität!
Die Realität ist, das Leute wie ich, für jeden beschissenen Cent arbeiten müssen. Ob es sinnvoll ist, oder gar Spass macht, zählt doch nicht wirklich.
Nicht in meiner Welt.
In meiner Welt zahlt niemand die Nachhilfestunden, damit man das Abi schafft.
Und es füllt niemand den Kühlschrank, damit man Zeit zum lernen hat, anstatt für 4,49 € die Stunde in einem Kühlhaus zu arbeiten.
In meiner Welt ist es nicht vorgesehen, etwas zu werden.
Oder jemand zu sein.
Ich schreibe aber nicht für Mitgefühl, oder Bestätigung.
Ich schreibe, weil ich immer noch diesen tiefen inneren Drang dazu habe. Ich will gar nicht mehr für andere schreiben, keinen Roman, keinen Artikel, kein Sachbuch..
Ich will nur schreiben weil es aus meinem Innersten heraus will....
Und jetzt werde ich es einfach tun.
Schreiben.
Ajuga,
die kleine Blume im Schatten.
Meist unter Nadelhölzern und an Waldrändern zu finden. Die blau-violetten Blüten sind so klein, dass man sie schnell übersieht, ohne von ihrer Schönheit Kenntnis zu nehmen.
Oft als Unkraut bezeichnet.
Kein Heilkraut, keine Zier-, oder Futterpflanze.
Einfach nur da.
Ohne sichtlichen Grund.
Und doch muss ich bei ihrem Anblick lächeln.
Vielleicht auch grad deshalb.
Sie stellt sich nicht in den Vordergrund, wächst da, wo man sie lässt, und lebt fast unbemerkt ihr Pflanzenleben. Ganz ohne andere zu fressen, oder gefressen zu werden.
Muss sich nicht wehren, oder schützen, kriecht nur am Boden entlang.
Auf der Suche nach einem bischen Licht, der Nahrung die sie gerade so braucht, und etwas Wasser.
Hin und wieder bildet sie ein paar kleine Blüten aus, um das Überleben der Art zu sichern.
Sie erträgt den Frost, die Dürre, und die Dunkelheit ohne das es Spuren an ihr hinterlässt.
Was für eine schöne, vollkommene Lebensform.